Die Standheizung brummt, während draußen der Nieselregen auf die Windschutzscheibe tappert. Ich bin in meine Kuschelsocken geschlüpft und beuge mich über den Kühlschrank, um den Riesling und die Entenpastete rauszuholen, während Lotti mich von ihrer Kuscheldecke aus überwacht. Ich streue ein wenig Emmentaler über den gefüllten Napf und lasse mich mit dem Weinglas in der Hand auf die gepolsterte Sitzbank fallen. Nach 13 Kilometern Moselhang rauf und Moselhang runter haben wir uns diesen Luxus wahrlich verdient.
Wir, das sind Peggy und Lotti, Reiseautorin und Zwergdackelmädchen. Gerade sind wir mit dem Wildfuchs an der Mosel unterwegs. Eine Kombi aus Road Trip und Wanderurlaub – für beides ist dieser schöne Flecken im Südwesten Deutschlands bestens geeignet. Der Flusslauf nämlich wird von einer gemütlichen Landstraße begleitet, auf der man mit dem Camper von Ort zu Ort rollen und gleichzeitig das Panorama der umliegenden Moselhänge bewundern kann. Diese wiederum sind nicht nur mit äußerst fotogenen Weinreben bedeckt, sondern auch von zahlreichen Wanderwegen durchzogen – und ja, ohne Wadenschmalz geht hier nichts, aber dazu gleich mehr!
Info: Dieser Artikel ist ein Gastbeitrag von Peggy Leiverkus. Die darin geäußerten Ansichten sind die des Autors und spiegeln nicht unbedingt die Meinung von Fuchs und Hase Camper wider. Die Autorin Peggy Leiverkus hat einen Reiseführer über die Mosel geschrieben, der 2026 im Michael Müller Verlag erschienen ist. Auf ihrem Instagram-Kanal @peggyleiverkus könnt ihr sie und Dackeldame Lotti auf ihren Reisen und Abenteuern begleiten.

Oktober – perfekte Zeit für einen Urlaub an der Mosel
Der Oktober ist bekanntlich eine beliebte Zeit zum Wandern. Besonders die deutschen Mittelgebirge stehen dann hoch im Kurs, und davon hat die Mosel mit der Eifel im Norden und dem Hunsrück im Süden gleich zwei. Das bedeutet doppelten Wanderspaß und viel Abwechslung.
Zu dieser Jahreszeit an die Mosel zu fahren, hat noch einen weiteren Vorteil: Es ist die Zeit der Weinernte, überall herrscht geschäftiges Treiben. Vielerorts kann man den Winzern bei der Arbeit zuschauen, in den Gastwirtschaften wird frischer Federweißer ausgeschenkt, Weinfeste sorgen für Geselligkeit.
Lotti und mich allerdings zieht es eher in die einsamen Wälder und Schluchten, die im Herbst besonders stimmungsvoll sind. Wir haben uns als Ziel die Terrassenmosel zwischen Koblenz und Cochem ausgesucht. Die Hänge hier sind besonders steil und bieten anspruchsvolle Touren mit tollen Aussichten.

Campingplatzwahl – es muss nicht immer die erste Reihe sein
Campingplätze gibt es viele an der Mosel. Die meisten befinden sich direkt am Fluss, sind groß und gut ausgestattet. Der Nachteil: Sie sind nicht sonderlich idyllisch. Selbst wenn man einen Platz direkt am Moselufer ergattert, stören doch die Landstraße oder der Güterverkehr. Ich habe deshalb für unsere Wanderungen etwas zurückgesetzte Plätze gewählt, die zwar nicht direkt am Fluss liegen, dafür aber von Bäumen umgeben und weniger überlaufen sind.
Für Stellplätze gilt dasselbe: Lieber einen in der zweiten Reihe wählen. Mein Tipp sind Plätze direkt beim Winzer. Die Vorteile: Man hat weniger Nachbarn, kommt mit Leuten ins Gespräch und erhält Prozente bei der Weinprobe.
Unsere Campingplätze habe ich vorab reserviert, denn im Herbst herrscht an der Mosel Hochsaison, und gerade übers Wochenende und an Feiertagen kann es voll werden.
Die Historische Mühle Vogelsang – Campingplatz mit Burgblick
Als erste Basis für unsere Wanderungen haben wir uns für vier Nächte auf dem Campingplatz Historische Mühle Vogelsang einquartiert. Der Platz liegt hinter Brodenbach im romantischen Ehrbachtal und ist an ein uriges Gasthaus angeschlossen. Und weil ich aufs Ganze gehen wollte, habe ich einen Platz mit Blick auf die mittelalterliche Ehrenburg gebucht, die in einiger Entfernung über dem Tal thront. Das Allerbeste aber: Der Wanderweg führt direkt am Campingplatz vorbei. Was gibt es Schöneres, als morgens direkt vom Camper aus in die Wanderschuhe zu schlüpfen und loszustiefeln? Das dachte ich zumindest, bevor der Wecker klingelte…
Morgenstund – nix für den Hund
Es ist acht Uhr, Lotti regt sich nicht, und auch mir fällt es schwer, unser kuscheliges Lager zu verlassen. Die Ehrenburg ist in düsteren Nebel getaucht, die Camperscheiben sind mit Tautröpfchen benetzt. Zum Glück habe ich die Standheizung auf 7:45 Uhr eingestellt, es ist schon mollig warm. Jetzt noch das Licht anknipsen, Radio an und schon kommt eine gemütliche Stimmung auf. Während ich den Kaffee auf dem Gasherd zubereite, grunzt es unter der Decke. Eine kleine Schnauze schiebt sich unter der Bettdecke hervor, zwei Augen prüfen durch die Scheibe, was draußen vor sich geht. Offenbar nichts, das es wert wäre, dafür aufzustehen. Schon sind Augen und Schnauze wieder abgetaucht.

Unsere Wanderung auf dem Traumpfad Bergschluchtenpfad Ehrenburg
Als wir losmarschieren, ist es zehn. Hinter den Nebelschwaden weckt ein heller Schimmer meine Hoffnung, dass die Sonne heute doch noch rauskommen wird.
Direkt hinter dem Campingplatz bringt ein knackiger Anstieg meinen Kreislauf in Schwung. Lotti eilt voraus und wirft mir gelegentlich verächtliche Blicke zu. Nach einer halben Stunde erreichen wir die Ehrenburg, die wir bisher nur aus der Ferne bewundert haben. Aus dem Tor weht uns ein Hauch von Knoblauch entgegen und ich erspähe einen Barden, der kunstvoll auf einer Laute spielt. Es ist Sonntag und die Ehrenburg lädt zum Gauklertag ein. Für Familien ein perfektes Sonntagsziel, denke ich, als mich irgendwas an der Leine Richtung Spanferkel zerrt. Streng rufe ich Lotti zur Ordnung und weise darauf hin, dass wir noch 16 Kilometer und 650 Höhenmeter vor uns haben. Ein letzter sehnsüchtiger Blick auf den Schweinespieß, und wir gehen zurück zum Wanderweg, der uns nach kurzer Zeit auf eine Streuobstwiese mit Apfelbäumen und herbstlichen Wildblumen führt.
Ein mystisches Tal und ein Picknick mit Aussicht
Die Sonne hat sich nun endgültig aus dem Nebel gekämpft und wärmt uns Fell und Gesicht. Doch nicht lange, denn bald beginnt der steile Abstieg ins Ehrbachtal, dessen mit Buchen gesäumte Hänge uns vom Tageslicht abschotten. Beruhigend und mystisch ist die Stimmung hier unten, alles ist feucht und moosig, mir ist, als würden sich die Farne im säuselnden Klang des Bachlaufes wiegen. Eine Infotafel lässt uns innehalten. Unter uns befindet sich das Donnerloch, eine interessante Felsformation, die bereits den Kelten als Kultplatz diente. Der Bach bildet zwischen den Vorsprüngen sogar einen kleinen Wasserfall. Als wir 20 Minuten später hinaus auf eine sonnenbeschienene Wiese treten, kommt es mir vor, als hätte ich einen unheimlichen, aber faszinierenden Zauberwald verlassen.
Die zweite Hälfte der Wanderung führt uns auf steilen Pfaden hinauf zur Hochebene bei Nörtershausen. Auf einer geschwungenen Rastbank mache ich es mir gemütlich. Als ich mit der Käsepackung herumknistere, springt Lotti auf meinen Schoß. Zeit für ein herzhaftes Picknick mit Aussicht. Der Himmel ist so klar, dass wir am Horizont die Kegel der Vulkaneifel erkennen können. Toll!
Tagesausklang auf dem Campingplatz
Nach acht Stunden auf den Beinen sind die Knie weich, Pfoten und Schuhsohlen matschig, das Loch in den Bäuchen groß. Auf dem Campingplatz dämmert es bereits, die Luft ist kühl und feucht. Kein Problem für uns, denn der Wildwuchs heizt seit 20 Minuten und begrüßt uns mit wohligen 22 Grad. Ich trockne Lotti ab und setze sie aufs Bett, mache mir einen Tee und schlüpfe aus den Wanderklamotten. Eine halbe Stunde später kehre ich im Gasthaus des Campingplatzes ein – es gibt Käsespätzle, dazu einen frischen Federweißer. Der schmeckt erstaunlich herb, gleichzeitig frisch und prickelnd. Der perfekte Ausklang eines erfolgreichen Wandertages.
Weitere Wanderziele
Während unserer Moselreise erwandern wir noch den Traumpfad Bleidenberger Ausblicke, der an der sehenswerten Burg Thurant vorbeiführt, und den Martberg, auf dem sich ein rekonstruiertes gallo-römisches Heiligtum befindet. Auch diese Wanderungen erfordern viel Kondition, dafür ist man mitten in den Weinbergen unterwegs. Einige Reben haben jetzt noch ihre Trauben, während sich die Blätter bereits herbstlich gelb und braun färben. Ich kann mich kaum daran sattsehen, und dann diese Weite mit der immer kleiner werdenden Mosel in der Tiefe – diese Aussichten tun der Seele gut.
Fahrrad eingepackt?
Die meisten Wanderwege beginnen im Moseltal in der Nähe größerer womo-freundlicher Parkplätze. Am schönsten ist es jedoch, die Wanderung direkt vom Campingplatz aus zu starten oder mit dem Fahrrad zum Start der Wanderung zu fahren. Auch das haben wir ausprobiert. Die Mitnahme von Fahrrädern oder E-Bikes bietet sich generell für einen Moselurlaub an, weil die einzelnen Winzerorte nah beieinander im Tal liegen und der Moselradweg keine Steigung hat. Man gelangt deshalb schnell ans Ziel, auch ohne das mobile Heim bewegen zu müssen.
Acht Tage Camperurlaub an der Mosel – Rückschau und Ausblick
Die Gasflasche ist zugedreht, die Wanderschuhe verstaut, Fahrrad und Dackel sind angeschnallt, als der Wildfuchs vom Campingplatz rollt. Nach acht Tagen endet unsere Tour an der Terrassenmosel. Wir haben 15 Weinorte besucht und auf vier Campingplätzen übernachtet, sind 51 Kilometer gewandert und haben dabei 2150 Höhenmeter bewältigt. Komischerweise hat mir das mehr zugesetzt als Lotti, an der eine Bergziege verloren gegangen ist. Am letzten Tag habe ich in Cochem noch ein paar Souvenirs gekauft. Ohne Riesling kommst du mir nicht nach Hause, hat Oma gesagt.
Ob ich noch mal mit dem Camper an die Mosel fahren würde? Klar, aber beim nächsten Mal weiter Richtung Frankreich. Am liebsten würde ich einmal die gesamten 544 Kilometer von der Quelle in den Vogesen bis zur Mündung in Koblenz abfahren – aber das ist ein anderes Abenteuer.


Noch nie war Arbeiten von unterwegs so leicht und bequem. Fuchs und Hase macht es möglich, dass du überall, egal wo, flexibel deinem Job nachgehen kannst. Denn alle Wohnmobile sind mit einer Internetflatrate in Deutschland und Europa* ausgestattet, die schnelles und einwandfreies Internet verspricht. So entsteht eine vollkommen neue und freie Alternative zum Home Office. Du entscheidest ganz alleine, wo du arbeiten möchtest. So viel Freiheit und Lebensqualität findest du nirgendwo anders.